Gala Konzert zum Jahresausklang - Roby Lakatos
Tuesday, 29. December 2009 | 20:30 o'clock
Waldhaus Flims - Mountain Resort & Spa
Via dil Parc 3 | 7018 Flims
Tel. office +41 81 928 48 48 | Tel. office +41 81 928 48 58
info@waldhaus-flims.ch | www.waldhaus-flims.ch
Opening hours
organiser:
Graubünden Festival
advance booking / seat reservation: www.klicket.com
category: Classical music, Concert
Wer den Zigeuner-Geiger Roby Lakatos noch nie gehört hat, kann sich kaum vorstellen, was man auf einer Geige alles anstellen kann. Im Gala-Konzert am 29. Dezember in Flims spielt der ungarische Wirbelwind zum Jahresausklang sein Publikum schwindlig.
Nichts ist vor ihm und den virtuosen Spielern seines Ensembles sicher: Roby Lakatos würde selbst aus einem simplen Dur-Dreiklang oder dem langweiligsten Werbe-Signet eine temperamentvoll-wirblige Zigeunerparaphrase fabrizieren. Oder einen melancholisch-augenzwinkernden Schmachtfetzen. Oder eine swingende Jazz-Odyssee, die sich in jedem New Yorker Club hören lassen könnte. Schluchzende Glissandi, atemberaubende Akrobatik oder überraschende Tempowechsel sind die Mittel dieses ungarischen Virtuosen von besonderen Gnaden.
Familientradition
Ob ein ungarischer Tanz von Brahms oder ein temperamentvoller Csardas, ob ein Jazz-Standard oder ein Filmmusik-Hit, jeder Musik drückt dieser virtuose Zigeunergeiger seinen unverwechselbaren Stempel auf. Das liegt in der Familie: Schon sein Vater war Geiger in einer Zigeunerkapelle. Auch sein Grossvater. Auch sein Urgrossvater. Und auch János Bihari reiht Lakatos in seine Ahnengalerie ein, den legendären Zigeunergeiger, welcher zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Musikwelt Europas verblüffte.
Kein Wunder, dass man einem Kind aus solcher Familie zuerst die Geige wegnehmen musste, als es in die Schule kam: «Es war mir unbegreiflich, dass es einen Ort geben könnte, wo man nicht jederzeit Geige spielen durfte», erinnert er sich. Aber das Leben ging seinen geregelten Gang und Roby Lakatos zur Musikhochschule, wo er das klassische Handwerk von Grund auf lernte und heute davon profitiert, wenn er mit seiner blitzsauberen Geigentechnik noch jede Schwierigkeit von Liszt, Paganini oder Vittorio Monti meistert. Also könnte er auch ein Brahms- oder Tschaikowsky-Violinkonzert spielen? «Natürlich», lächelt er sanft, «nur können das andere auch. Aber so wie wir musizieren, spielt sonst keiner.»
Jazz mit Miles Davis
Jahrelang spielte Roby Lakatos als Geheimtipp mit seinen Kumpeln in Brüsseler Kneipen. Yehudi Menuhin oder Anne-Sophie Mutter hörten ihn, der Geheimtipp wurde zur festen Grösse und schliesslich zum Star mit vollem Tourneekalender und Hochglanz-CDs in den Charts. Aber Lakatos blieb sich treu und drückte weiterhin jeder Musik seinen Stempel auf, egal ob er als Primus seines eigenen Ensembles die traditionelle ungarische Zigeunermusik in die Pop-Welt von heute katapultiert, ob er mit Jazzern zusammen den Standards von Herbie Hancock oder Miles Davis nachspürt, ob er einem traditionellen Symphonieorchester unter der gediegenen Stabführung eines klassischen Dirigenten ein wenig anarchistisches Tempoleben einhaucht.
Bunt gemischt ist auch das Programm im Flimser Konzert von Roby Lakatos. Neben Zigeunerklassikern stehen Ausflüge in die Filmmusik von Vladimir Cosma oder in den Jazz von Fats Waller. Auch klassische Geigenvirtuosität kommt nicht zu kurz: ein ungarischer Tanz von Brahms, eine ungarische Rhapsodie von Liszt oder der berühmte Csardas von Vittorio Monti stehen auf dem Programm.