Graubünden - Baukultur

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Barockkirchen
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Oratorio S. Anna

7742 Poschiavo
Südl. der Stiftskirche (heute Begräbniskapelle). Erwähnt 1439, neuerb. 1732 als Kapelle der Sakramentsbruderschaft; Rest. aussen 1965/66.

Von Häusern flankierter Längsbau aus Vorhalle und drei überkuppelten Raumeinheiten in sinkender Kadenz: quadratisches Schiff, querrechteckiges Altarhaus und quadratischer Bruderschaftschor. Vorhalle seit 1902/03 als Beinhaus verwendet, die drei toskanischen Säulenarkaden durch schöne, feingliedrige Gitter von 1732 geschlossen.

In Schiff und Altarhaus tragen übereck gestellte Pilaster ein reichprofiliertes, geschwungenes Gebälk; im Chor Stuckaturen aus der Bauzeit. Illusionistische Malerei 1760 von Lorenzo Piccioli, übermalt 1879: In der Schiffskuppel Anbetung des apokalyptischen Lammes, in der elliptischen Altarhauswölbung Elias vom Engel mit Speise versehen und Christus in Emmaus; im Chor Gewölbemalerei mit den Weltteilen 1810 von Carlo Peirani. Der Altar, um 1740, trennt den Retrochor lettnerartig ab. Drei barocke Plastiken einer Rosenkranzverleihung 17. Jh.: hll. Katharina von Siena, Dominikus und Maria. Reich geschnitzter Taufsteinaufsatz E. 17. Jh. aus der Stiftskirche.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)

Literatur
Ludmila Seifert-Uherkovich: Architekturrundgang Poschiavo. Bündner Heimatschutz, Chur 2003. Bestellungen über info@heimatschutz-gr.ch