Graubünden - Baukultur

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Gegenwartsarchitektur
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Maiensäss Rageth, 1999

Fanas-Cania | 7215 Fanas
KISTE AUF – KISTE ZU
Die Hütte auf dem Maiensäss Cania oberhalb von Fanas gibt eine architektonisch stimmige Antwort auf die Änderung von Nutzung. Sie spricht eine wichtige Frage der Landschaft an: Wie sollen wir mit vielen um- oder nicht mehr genutzten Maiensässen und Ställen umgehen? Die Architekten Valentin Bearth, Andrea Deplazes und Daniel Ladner haben die Hütte als Ersatz für ein abgebranntes Maiensäss entworfen. Der Neubau hat aber keine landwirtschaftlichen Aufgaben mehr. Sporadisch wird er als Ferienrefugium genutzt. Die quadratische Holzhütte steht leicht abgehoben auf einem kreuzförmigen Streifenfundament. Das Kreuz bestimmt die räumliche Gliederung: vier Vierecke – zwei fürs Wohnen, eines für die Nasszelle, eines als gedeckter Aussenraum. Die Wände und der Boden sind aus Lärchenholz gezimmert. Eingedeckt ist die Hütte mit einem Satteldach, giebelständig zum Tal. Abgeschieden, isoliert, meist verlassen steht sie in geschlossenem Zustand in der Landschaft. Füllt die Hütte sich mit Leben, verändert sie ihre Erscheinung. Mit zwei mächtigen Schiebewänden wird die geschlossene Form übereck geöffnet. Ein Viertel wird zur Loggia, und die grossflächige Fensterfront kommt ans Licht. Verlassen die Benutzer die Hütte, erhält sie ihre verschlossene, fensterlose Form zurück. Die Loslösung vom Boden – wegen des feuchten und labilen Untergrunds – erhebt die primitive Holzhütte zur fast monumental anmutenden Form.
(Bauen in Graubünden, Verlag Hochparterre und Bündner Heimatschutz, Zürich 2006)

Bauingenieur
Conzett, Bronzini, Gartmann, Chur

Bauherrschaft
Claudia und Jann Rageth, Malans

Verfahren
Direktauftrag