Graubünden - Baukultur

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Herrschaftshäuser und Villen
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Haus Stoffel

Nr. 65 | 7414 Fürstenau
Erb. im 15. Jh. unter Einbezug einer mittelalterl. Vorburg vom E. des 13. Jh. und einem Teil der Stadtmauer des 13. Jh.; umgebaut 1549 und A. 18. Jh., wiederhergestellt nach dem Dorfbrand 1742; Rest. seit 1996/97. An der O-Fassade steinsichtiger Putz (pietra rasa) mit Fugenstrich sowie Schartenfenstern E. 13. Jh., aufgemalte Scheinerker und Eckquadrierung mit Diamanteinteilung 15. Jh., Fensterwagen mit gekehlten Steingewänden sowie gemalten Eckquader um 1549, architektonische Sgraffiti A. 18. Jh. An N-Seite Türsturz dat. 1549.

Im oberen mittelalterl. Geschoss nachträglich unterteilter Raum mit profanen Wandmalereien E. 14. Jh., die neben den Malereien im Schloss Brandis/ Maienfeld und auf Schloss Rhäzüns zu den einzigen erhaltenen hochgot. Profanmalereien in Graubünden gehören: im N-Teil der O-Wand Hirschjagdszene, an der S-Wand Fragment von Simons Kampf mit dem Löwen sowie Reste einer Szene mit Bauern, Kühen und einer Schafherde. An südl. Teil der O-Wand Bauer mit Bär kämpfend E. 16. Jh. An S-Seite des ehem. Ökonomiegebäudes Nr. 65A sichtbarer Teil der Stadtmauer aus dem 13. Jh.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)

Literatur
Fürstenau - Stadt im Kleinstformat, Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 697, Bern 2001.