Graubünden - Baukultur

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Gegenwartsarchitektur
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Asphaltaufbereitungsanlage Catram, 2002

Areal Kieswerk, Bahnhof Reichenau-Tamins | 7015 Tamins
Architekt/en: Kurt Lazzarini
DER GROSSE KIESELSTEIN
Hinter dem Bahnhof Reichenau-Tamins steht das Calanda-Kieswerk in einer Landschaft aus Kieshügeln, die Bagger immerzu neu formen. Am Rande dieser Hügel steht ein 24 Meter hoher Kieselstein vor der Felswand. Ein Haus? Ein Stück Kunst? Nein, eine Anlage, mit der die Arbeiter Asphalt aufbereiten. Von weitem wirkt der Bau wie mit einer Husse überzogen; Wellen und Rümpfe brechen die kristalline Form. Wer nah dran ist, sieht keine Unebenheit – der Kieselstein ist mit Bahnen aus Chromnickelstahl von je fünf Metern Länge und einem Meter Breite überzogen. Je nach Wärme und Sonneneinstrahlung dehnen sie sich aus, und die Haut wird straff oder faltig. Der silbern schimmernde Kieselstein ruht auf einem Gerüst aus H-Profilen. Daran sind Trapezbleche geschraubt und auf diesen, im Winkel verschoben, die Fassadenbleche. Die wasserdichte Hülle schützt die im Innern aufgetürmten Trichter, Silos und Laufbänder, in denen der Asphalt gemischt wird, vor Wind und Wetter und reduziert den Lärm. Unter den grossen Kieselstein hat der Architekt Kurt Lazzarini eine kupferne Kiste geschoben. Darin sitzt der Asphaltmacher und steuert die Maschinen. Seine Kabine steht leicht vor, damit er die Ein- und Ausfahrt sowie den Führungsarm überblicken kann. Catram hat in Samedan und in Untervaz weitere Asphaltaufbereitungsanlagen gebaut – auch sie faszinierende Plastiken halb grosses Gerät und halb Haus.
(Bauen in Graubünden, Verlag Hochparterre und Bündner Heimatschutz, Zürich 2006)

Bauingenieur
Toscano Stahlbau, Sils i. D.

Bauherrschaft
Catram, Chur

Verfahren
Direktauftrag

Anlagekosten
CHF 3,4 Mio.